CDU Stadtverband Halver
Gemeinsam für Halver
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75 Jahre Grundgesetz

Vor 75 Jahren – am 23. Mai 1949 – haben die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes die Grundlagen für ein Leben in einem freiheitlich-demokratischen Deutschland gelegt. Unser CDU-Gründungsvorsitzender Konrad Adenauer unterzeichnete in seiner Rolle als Präsident des Parlamentarischen Rates das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das uns dieser Tage allen Anlass zum Feiern gibt.

Nach dem 2. Weltkrieg ermöglichten die alliierten Siegermächte die Gründung neuer Parteien. In den drei westlichen Besatzungszonen wollte man die Funktionsfähigkeit neu zu entwickelnder demokratischen Strukturen damit sichern.
Wie es zur Gründung der CDU in Halver kam, hat das Gründungsmitglied Wilhelm Vogt in einem Bericht festgehalten.

 

Bericht über die Gründung der Christlich-Demokratischen Union zu Halver

Als ich nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im August 1945 mehrere Wochen wieder zu Hause war, besuchte mich mein Nachbar Herr Erich Wippermann (1884 – 1957). Er berichtete mir über die Absicht, der englischen Besatzungsmacht, die zivile Verwaltung wieder in deutsche Hände zu geben. Zu diesem Zweck sollten recht bald allgemeine, geheime Wahlen zu den Gemeindeparlamenten stattfinden. Zu diesen Wahlen würden ausschließlich Parteien zugelassen.

Zu einer vorbereitenden Fühlungnahme habe er einige Bürger unserer Gemeinde zu einer Besprechung, die im Hotel zur Post stattfinden sollte, eingeladen. Er bat mich, an einer Beratung teilzunehmen, zu der nur Personen aufgefordert wurden, die nicht Mitglieder der Nationalsozialistischen Partei gewesen waren.

Zum angegebenen Termin um die Jahreswende 1945/46 fanden sich im Hotel zur Post, das inzwischen von den Besatzungsmächten geräumt war, etwa 10-15 mir bekannte Bürger ein. Dazu gehörten Erich Wippermann, Dr. Haurand, Vikar Neunzig (der aus dem KZ Dachau heimgekehrt den Dienst in der hiesigen katholischen Kirchengemeinde wieder aufgenommen hatte), Adolf Turck, Wilhelm Helbert (Bolsenbach), Paul Syberg, Hugo Escher (Kotten), die beiden Kriegsteilnehmer Walter Köster und Wilhelm Vogt und andere.

Nachdem Herr Wippermann zu Beginn die Erlaubnis des englischen Kreiskommadanten in Altena zur Abhaltung dieser Versammlung vorgezeigt hatte, unterrichtete er die Anwesenden über das Vorhaben der englischen Besatzungsmacht. Es kam kein Widerspruch zu dem Vorhaben der Engländer. Als man dann die Vorbedingungen hörte, dass nur Parteien von den Engländern zur Wahl zugelassen wurden, regte sich allgemein heftiger und lauter Widerstand zur Gründung und insbesondere zum Beitritt in eine Partei. Zwischenrufe, wie: “Dann sitzen wir schließlich in Recklinghausen“, (Lager, in dem damals die Nazigrößen von der Besatzungsmacht eingesperrt waren), oder: „Wir können unseren Frauen nicht erzählen, dass wir Mitglied einer neuen Partei wurden ohne großen Familienkrach hervorzurufen.“ Trotz anhaltenden guten Zuredens der Herren Wippermann, Dr. Haurand, Vikar Neunzig erklärte sich keiner der Anwesenden bereit, dabei mitzumachen, so dass das Treffen ergebnislos beendet wurde. Als wir uns auf der Treppe vor dem Hotel voneinander verabschiedeten und Vikar Neunzig mit Dr. Haurand schon um die Ecke verschwanden, meinte einer der Bauern: „Ja, Wippermann, so geht es aber auch nicht!“ Daraufhin machten wir kehrt und gingen wieder ins Hotel zurück. Nachdem schließlich nach längerer Diskussion in Hut und Mantel einer den anderen ermunterte als Mitglied der zu gründenden Partei beizutreten, stellten sich endlich zur Bildung eines Vorstandes, der mindestens fünf Personen umfassen musste, die Herren Adolf Turck, Walter Köster und Wilhelm Vogt zur Verfügung, dazu der Initiator Erich Wippermann und nachträglich Dr. Haurand. Diese Herren wurden dem englischen Kreiskommandanten zwecks Entnazifizierung benannt.

In einer einige Zeit später abgehaltenen Sitzung stand zur Beratung, wie diese neue Partei benannt werden sollte. Da kein Vorschlag aus den eigenen Reihen kam, berichtete Herr Wippermann, dass er von seinem Verwandten Dr. Lehr (früher Oberbürgermeister von Düsseldorf) gehört habe, dass dort eine Partei gegründet wurde, für die man den Namen Christlich-Demokratische-Union gewählt hatte. Der Name Freie Demokratische Partei wurde auch erwähnt. Man war einstimmig dafür, die neue halversche Partei „Christlich-Demokratische Union“ zu nennen. Damit lief die Partei-Arbeit an unter dem Vorsitz des Herrn Erich Wippermann.

Die erste schwierige Situation ergab sich, als die Kandidaten-Listen für die zu wählenden Gemeinde- und Amtsvertreter in einer öffentlichen Versammlung aufgestellt werden mussten. Alle Berufsgruppen und vor allem die Vertreter der Vertriebenen verlangten viele sichere Listenplätze. Nachdem nach zähen Verhandlungen die Anwärter für die beiden Vertretungen festgelegt waren, fand diese Wahl am 15. September 1946 statt.

Das Ergebnis:
Gemeindevertretung:    CDU – 18 Sitze SPD – 2 Sitze     KPD – 1 Sitz
Amtsvertretung:             CDU – 17 Sitze SPD – 3 Sitze     KPD – 1 Sitz

In den Sitzungen der Räte wurde zum Gemeinde- und Amtsbürgermeister Walter Köster gewählt, stellvertretender Gemeindebürgermeister:  Osenberg, Bever, stellvertretender Amtsbürgermeister: Paris, Schalksmühle. Das waren damals zwei außergewöhnlich schwierige und auch aufreibende Ämter infolge der Knappheit von Lebensmitteln, Kleidung, Heizmaterial, Hausrat und die Beschlagnahme von Wohnraum für die vielen uns zugewiesenen Vertriebenen.

Es soll auch erwähnt werden, dass der englische Kreiskommadant Major Myreles in Altena nach Möglichkeit unseren Bürgermeister bei der Ausübung seines schwierigen Amtes unterstützte.
So verstrich die Zeit bis zur Währungsreform im Jahre 1948 trotz aller Not und Entbehrungen unter dem umsichtigen und tatkräftigen Einsatz unseres Bürgermeisters Köster, von Herrn Wippermann mit Rat und Tat stets nachhaltig unterstützt.
Da aber insbesondere die Industriellen unserer Gemeinde als die Hauptsteuerzahler (Gewerbesteuer) mit der zahlenmäßigen Berücksichtigung auf den Wahlvorschlägen nicht zufrieden waren, gründeten diese Kreise mit Zugang aus anderen Berufsgruppen vor der nächsten Wahl die Freie demokratische Partei. Aber es herrschte eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Fraktionen CDU und FDP, die sich stets nach einer Wahl zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammenschlossen.

Am 17. Oktober 1948 fanden Neuwahlen statt.
Ergebnis:
CDU – 7 Sitze    SPD – 6 Sitze     KPD – 1 Sitz

Köster wurde als Gemeindebürgermeister wiedergewählt. Amtsbürgermeister wurde Ernst Stamm, SPD, stellvertretender Amtsbürgermeister Paris, Schalksmühle.
Bei der Wahl am 27. November 1950 trat Walter Köster von seinem Amt zurück. Adolf Turck wurde sein Nachfolger als Gemeindebürgermeister. Erich Wippermann trat aus gesundheitlichen Gründen etwa 1952/53 vom Vorsitz der CDU zurück. Sein Nachfolger wurde Wilhelm Vogt, der den Vorsitz bis 1970 innehatte.

 

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